Wie viel Erspartes mit 30 ist normal?
Mit 30 liegt das Ersparte in der Schweiz typischerweise zwischen CHF 20’000 und 80’000 (inklusive Säule 3a) — die Streuung ist riesig, und die verbreitete Faustregel «ein Jahreslohn Vermögen mit 30» erreicht nur eine Minderheit. Wichtiger als der Vergleich ist die Sparquote ab jetzt.
📊 Typische Bandbreite: CHF 20’000–80’000
Richtwerte im Vergleich
| Gruppe / Situation | Richtwert |
|---|---|
| Nach Studium/Lehre, erste Berufsjahre | CHF 5’000–30’000 |
| Durchgehend erwerbstätig seit 20/22 | CHF 40’000–100’000 |
| Mit konsequenter 3a seit 25 | + CHF 35’000–40’000 allein aus 3a |
| Faustregel (1× Jahreslohn bei CHF 80’000) | CHF 80’000 |
Warum die Streuung so gross ist
Mit 30 trennen sich Biografien maximal: Wer mit 20 die Lehre abschloss und durchverdiente, hat zehn Sparjahre hinter sich — wer mit 27 den Master machte, zwei. Dazu kommen Militär/Zivildienst, Reisen, Weiterbildungen und regionale Lebenskosten. Genau deshalb sind «Durchschnittswerte mit 30» wenig aussagekräftig und oft demotivierend falsch: Der Vergleich mit dem eigenen Startpunkt (Erwerbsjahre × realistische Sparquote) ist der einzig faire Massstab. Wer fünf Erwerbsjahre und CHF 40’000 hat, liegt hervorragend im Rennen — die gleiche Zahl nach zwölf Erwerbsjahren erzählt eine andere Geschichte.
Was mit 30 wirklich zählt
Drei Dinge schlagen jeden Kontostand-Vergleich: Erstens ein voller Notgroschen (3–6 Monatsausgaben) — er entscheidet über finanzielle Ruhe mehr als jede Depotgrösse. Zweitens eine laufende Sparquote von 15–20 %, automatisiert am Zahltag. Drittens die Säule 3a in Wertschriften statt auf dem Zinskonto: Die Einzahlungen der Jahre 25–35 sind wegen des Zinseszinses die wertvollsten des ganzen Lebens. Wer diese drei Systeme mit 30 stehen hat, überholt fast jeden, der heute mehr auf dem Konto hat, aber ohne System spart.
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Ich habe mit 30 fast nichts gespart — bin ich zu spät?
Nein. Zwischen 30 und 65 liegen 35 Sparjahre — mit CHF 800/Monat und 5 % Rendite entstehen daraus über CHF 900’000. Entscheidend ist der Start jetzt, nicht der verpasste gestern.
Zählt das Pensionskassenguthaben zum Ersparten?
Fürs Alter ja, für die Vergleichsfrage meist nein — die üblichen Richtwerte meinen frei verfügbares Vermögen plus 3a. Der PK-Auszug lohnt trotzdem einen Blick: Mit 30 stehen dort oft schon CHF 30’000–60’000.
Sparen oder zuerst Schulden zurückzahlen?
Teure Schulden (Kreditkarten-Teilzahlung, Konsumkredite mit 5–12 %) immer zuerst — deren Tilgung ist eine garantierte Rendite. Danach Notgroschen, dann 3a, dann Depot.
Gründer Innopulse Consulting GmbH · Autor «Identity Over Discipline» · Betreiber BudgetHub.ch